STECKBRIEF :

Name: Ramesh Nair
Datum: 19.09.01

Wo füllst du diesen Steckbrief aus?

Ich fülle diesen Steckbrief im Wohnzimmer meines Appartements aus.

Was magst Du besonders bei "HAIR", was bei "JOSEPH"?

Nun, dies kann eine sehr umfassende Antwort sein, wenn man die Frage nicht konkret eingrenzt. Hair und Joseph kann man überhaupt nicht miteinander vergleichen. Es sind zwei völlig unterschiedliche Musicals unterschiedlicher Stilistik, wobei mir der Musikstil bei Hair um einiges besser gefällt. Trotzdem werde ich wohl lieber beide Stücke getrennt bewerten:

      JOSEPH                         HAIR
 Show dauert nicht lange	 Tolle Musik
 Durchgehende Handlung	 Körperlich nicht zu anstrengend
 Viele Tanzstile	 Freiheitsgefühl auf Bühne
 Fun-Energyshow	                 Wichtige message



Was ist für Dich an Deinem Beruf besonders anstrengend/ was besonders erfreulich?

Besonders anstrengend ist es, wenn man einen seiner müden Tage hat, und trotzdem kein Weg daran vorbei führt, abends auf die Bühne zu müssen. Außerdem können wir es uns in unserem Beruf nicht erlauben, eine Trainingspause einzulegen, d.h. wir müssen regelmäßig unseren Körper durch Tanztraining und unsere Stimme durch Gesangsunterricht fithalten, zusätzlich zur allabendlichen Anstrengung während einer Show. Das erfreuliche an diesem Beruf ist, dass man die Möglichkeit hat in viele verschiedene Figuren zu schlüpfen, vieles was im Alltag nicht möglich ist ausprobieren bzw. ausleben kann, dass man wichtige Messages weitergeben kann, die durch die Musik oder eine gelungene Inszenierung den Weg zum Herzen des Zuschauers finden. Es freut mich so sehr, wenn mich Zuschauer nach einer Show ansprechen und sagen: "Das hat mich so sehr berührt." Wir Künstler geben den Zuschauern im Theater die Möglichkeit Freude, Liebe, Trauer, Furcht oder Hoffnung in einer sicheren Umgebung zu empfinden, durch das, was wir auf der Bühne darstellen.

Was bedeutet Dein Name (übersetzt oder so)?

Leider kenne ich keine Übersetzung meines Namens, ich weiß nur, dass damals ein indischer Prinz so genannt wurde.

Was würdest Du machen, wenn Du auf der Bühne stehen würdest und vollkommen Deinen Text vergessen hättest?

Wahrscheinlich würde ich, wenn ich mir über die Schauspielsituation klar wäre, anfangen zu improvisieren, ansonsten würde ich mich darauf verlassen, dass mir ein Kollege zu Hilfe kommt. Das funktioniert natürlich nur, wenn man ein eingespieltes Team ist.

Was machst Du, wenn es Dir mal nicht gut geht/ Du traurig bist oder nicht mehr magst?

Wenn dies der Fall ist, versuche ich die Ursache dafür zu finden, um dann die Situation wieder in den Griff zu kriegen. Manchmal ist das natürlich nicht möglich, dann muss man eben abwarten, bis die Zeit die Wunden heilt. Arbeiten muss man natürlich trotzdem, wie in jedem anderen Beruf auch, es fällt einem vielleicht nicht so leicht, aber da muss man durch.

Was bringt dich auf die Palme?

Menschen, die unehrlich mir gegenüber sind und dadurch eine unerträgliche Situation kreieren, wenn dies gar nicht notwendig ist. Egoisten, die aus irgendeiner Art von Ehrgeiz die Energie anderer zu ziehen, selbst wenn ihnen bereits der Zugang verwehrt ist.

Stimmlage?

Eigentlich bin/war ich Baßbarriton, durch JOSEPH und vor allem durch HAIR bin ich zum hohen Barriton avanciert.

Erzähle mal ein paar lustige Episoden, die Dir schon mal auf der Bühne passiert sind (Pannen)!

Die wohl häufigste Panne, die mir während JOSEPH passiert ist, war, dass der Reißverschluss meines Pharaokostüms (wenn ich Joseph gespielt habe), während des Zensiert-Umzugs kaputtging oder nicht schließen wollte, weswegen ich mit halboffener Hose weiterspielen musste, immer mit der Angst, gleich im Freien zu stehen. Ansonsten habe ich noch nicht so viele "lustige" Pannen erlebt.

Was denkst du über Fans?

Nun, es gibt wohl Fans und Fans. Mit den einen komme ich sehr gut zurecht, und nehme mir von daher auch gerne Zeit für sie, was auch mit der Grund für die Gründung meines Fanclubs war. Die anderen können, wenn man selbst auch schon etwas müde ist, ziemlich nervig sein, wenn sie am Bühnentürl stehen, wie Wahnsinnige agieren, indem sie dir lauthals ins Ohr schreien, wie toll es doch war und sich dann auf dich werfen, um einerseits dem Künstler nahe zu sein, und um ein Foto zu machen, wenn du selbst eigentlich gar nicht in der Stimmung bist und am liebsten nach Hause ins Bett möchtest. Da lobe ich mir wirklich meine treuen Pappenheimer, die inzwischen ein gutes Gespür dafür haben, wann der Moment für ein Gespräch günstig ist. Natürlich gehören die Fans aller Art für mich zum Job, nur darf man nicht vergessen, dass dies der freiwillige Part des Künstlers ist, der nicht Bestandteil seines Vertrages ist, d.h. man sollte uns nicht immer auf Freundlichkeit und Zeit für die Fans festnageln.

Hast du Vorbilder?

Momentan habe ich, glaube ich , keine Vorbilder. Damals, bevor ich mit der Ausbildung angefangen habe, habe ich immer von Gene Kelly und Fred Astaire geschwärmt und wollte unbedingt so tanzen können wie sie. Mit einer meiner Wünsche war, dass sich die MGM-Ära (Metro- Goldwyn- Mayer) wiederholen würde.

Welche Sprachen sprichst Du?

Deutsch, Englisch und ein kleines bisschen Französisch.

Was würdest du auf eine einsame Insel unbedingt mitnehmen?

Meinen besten Freund und ein Radio, weil Musik inzwischen bzw. schon lange zu einem elementaren Bestandteil meines Alltags geworden ist.

Was möchtest Du in Zukunft erreichen - Ziele?

In Zukunft würde ich gerne die Chance bekommen, als Erstbesetzung einer Rolle auf der Bühne zu stehen. Ich bin zwar noch nicht so lange im Geschäft, habe aber durch meine Cover-/Rollenaufgaben so viel gelernt, dass ich mir eine Erstbesetzung zutrauen würde. Es hängt natürlich auch von dem Stück ab, hoffe aber bald auf einen Regisseur zu treffen, der mir die Möglichkeit bietet.

Was tust du gegen Stress?

Meist ist man ja gegen Stress recht machtlos in unserem Beruf. Ich versuche trotzdem, wann immer es auch geht, die Seele baumeln zu lassen und nichts anstrengendes zu tun, d.h. Musik hören, Essen, worauf man Lust hat,....

Lieblings-

Ort: meine eigenen 4 Wände
Schauspieler: Susan Sarandon
Farbe: Schlammfarben
Tier: Hund
Blume: Orchideen, Rose

Hass:
Ich hasse nichts und niemanden.